TV-Serie

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Krieg der Träume

Die TV-Serie KRIEG DER TRÄUME, entwickelt von Jan Peter und Gunnar Dedio/LOOKSfilm, erzählt die realen Geschichten von dreizehn Männern, Frauen und Kindern, die 1918 das Ende des Ersten Weltkriegs erlebt haben und voller Hoffnung in die Zukunft blicken. Zu ihnen gehören die russische Kindersoldatin Marina Yurlova, die polnische Schauspielerin Pola Negri und der Matrose Hans Beimler.

Für alle Menschen in Europa beginnt im Jahr 1918 eine Reise ins Ungewisse. Die Welt liegt in Trümmern und der Frieden macht Europa zu einem Labor neuer Ideen, neuer Hoffnungen und neuer Gesellschaftsentwürfe. Die Vision eines friedlichen, demokratischen Europas befindet sich dabei von Anfang an im Wettstreit mit zwei anderen, äußerst mächtigen Utopien – Kommunismus und Faschismus. Den Krieg dieser drei Ideologien, dieser Träume von einer besseren, gerechteren Welt, erzählt die TV-Serie anhand persönlicher Geschichten, die auf Tagebucheinträgen, Briefen und Memoiren basieren. Die Protagonisten der Serie machen mit ihren Träumen und Ängsten, ihrer Liebe und ihren Entscheidungen die Geschichte Europas in all ihrer Widersprüchlichkeit erlebbar. 1939 mündet diese Geschichte im Zweiten Weltkrieg.

 

„Wir zeigen das Leben unserer Protagonisten, während es geschieht. Ohne fertige Urteile, ohne den oft besserwisserischen Blick der Nachgeborenen. Geschichte ist das, was auch uns täglich zustößt – mit offenem Ausgang.“ ( Jan Peter – Showrunner)

Protagonisten

Pola Negri, gespielt von Michalina Olszańska, in der TV-Serie Krieg der Träume

Pola Negri (1897 – 1987)

Pola Negri, gespielt von Michalina Olszańska, wird 1897 als Apolonia Chalupiec in der polnischen Stadt Lipno geboren. Durch ihre Zusammenarbeit mit dem Regisseur Ernst Lubitsch wird sie nach Ende des Ersten Weltkriegs in Berlin zum Stummfilmstar. 1922 erhält die 25-Jährige einen Vertrag von Paramount Pictures und geht nach Hollywood. Nach der Erfindung des Tonfilms wird Pola Negri allerdings kaum noch besetzt, da ihr starker Akzent die Zuschauer irritiert. Durch die Weltwirtschaftskrise verliert sie ihr Vermögen. Daraufhin kehrt Pola Negri nach Deutschland zurück, wo das NS-Regime ab 1935 versucht, sie für Propagandafilme zu instrumentalisieren. Sie flieht zunächst nach Frankreich und kehrt Anfang der 1940er Jahre in die USA zurück.

 
Hans Beimler, gespielt von Jan Krauter, in der TV-Serie Krieg der Träume

Hans Beimler (1895 – 1936)

Der 23-jährige Hans Beimler, gespielt von Jan Krauter, beteiligt sich 1918 als Matrose der Kaiserlichen Kriegsmarine am Matrosenaufstand. Er ist Gründungsmitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und bekämpft die bürgerlich-demokratische Gesellschaft und den aufkommenden Nationalsozialismus. Er wird Stadtrat in Augsburg und 1932 Abgeordneter im bayerischen Landtag und im Reichstag. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 wird er als einer der ersten KPD-Funktionäre in das neu errichtete Konzentrationslager Dachau verschleppt. Nach einigen Wochen gelingt ihm die Flucht. 1936 von der Exil-KPD nach Spanien geschickt, führt er im Spanischen Bürgerkrieg die deutschen Kommunisten im Kampf gegen Francos Truppen an. Am 1. Dezember 1936 fällt Hans Beimler in Madrid.

Marina Yurlova, gespielt von Natalia Witmer, in der TV-Serie Krieg der Träume

Marina Yurlova (1900 – 1987)

Marina Yurlova, gespielt von Natalia Witmer, wird um 1900 in einem kleinen Dorf nördlich des Kaukasus geboren. Die Tochter eines Obersts der Kuban-Kosaken ist gerade 14 Jahre alt, als ihr Vater im August 1914 in den Krieg zieht. Auf der Suche nach ihm wird sie zur Kindersoldatin in der Russischen Armee. 1917 gerät sie in die Wirren des Bürgerkriegs, flüchtet aber schließlich in die Vereinigten Staaten. Dort macht sie Karriere als Tänzerin und Schriftstellerin.

 
May Picqueray, gespielt von Solène Rigot, in der TV-Serie Krieg der Träume

May Picqueray (1898 – 1983)

Die 20-jährige May Picqueray, gespielt von Solène Rigot, flieht 1918 aus einer unglücklichen Ehe nach Paris. Dort schließt sie sich den Anarchisten an und kämpft für ihre Ideale einer klassen- und hierarchielosen Gesellschaft. Sie lehnt die Demokratie und den Kapitalismus ab. Für ihre anarchistische Überzeugung und ihren Kampf um eine gerechtere Welt baut sie sogar Bomben. Anfang der 1920er Jahre reist die junge Idealistin in die neu gegründete Sowjetunion. Der dort herrschende Bolschewismus entspricht jedoch nicht ihren Vorstellungen einer hierarchielosen anarchistischen Gesellschaft. Spontan hält sie eine Protestrede vor den kommunistischen Führern des Landes.

Edith Wellspacher, gespielt von Roxane Duran, in der TV-Serie Krieg der Träume

Edith Wellspacher (1909 – 2004)

1928 wird die 19-jährige Edith Wellspacher, gespielt von Roxane Duran, als eine der jüngsten Frauen zum Medizinstudium in der jungen Republik Österreich zugelassen. Die innerpolitischen Auseinandersetzungen zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten in ihrem Heimatland spiegeln sich auch in ihrem Privatleben wieder. Sie ist überzeugte Sozialistin, führt eine Beziehung mit einem jüdischen Arzt und beginnt eine Affäre mit einem älteren Kollegen, der sich bald als Opportunist und Mitglied der NSDAP entpuppt. Trotz der politischen Differenzen schafft es Edith nicht, ihn zu verlassen. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich wird ihr jüdischer Lebensgefährte in das KZ Dachau deportiert und Edith muss aus Österreich fliehen.

 
Rudolf Höß, gespielt von Joel Basman, in der TV-Serie Krieg der Träume

Rudolf Höß (1900 – 1947)

Rudolf Höß, gespielt von Joel Basman, wird 1900 in Baden-Baden als Sohn einer streng katholischen Familie geboren. Während des Ersten Weltkriegs meldet er sich freiwillig und wird der jüngste Unteroffizier des deutschen Heeres. Nach Kriegsende schließt er sich einer Freikorpsgruppe an, die in Polen und im Baltikum gegen deutsche Gebietsabtretungen aufgrund des Versaillers Vertrags kämpft. Nach einer mehrjährigen Haftstrafe wegen Mordes zieht er Ende der 1920er Jahre mit seiner Familie aufs Land, wo er sich dem völkischen Artamanen-Bund anschließt. Die Begegnung mit Heinrich Himmler, 1934, ist der Beginn seiner steilen Karriere bei der SS, zunächst als Block- und Rapportführer in Dachau, später ab 1940 als Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz.

Silvio Crespi, gespielt von Gennaro Cannavacciuolo, in der TV-Serie Krieg der Träume

Silvio Crespi (1868 – 1944)

Der 51-jährige Silvio Crespi, gespielt von Gennaro Cannavacciuolo, vertritt Italien 1918/1919 bei den Friedensverhandlungen in Paris und unterzeichnet den Versailler Vertrag. In Italien sieht er sein Textilunternehmen zunehmend durch Arbeiterstreiks und soziale Unruhen gefährdet. Obwohl er lange Zeit überzeugter liberaler Politiker gewesen ist, unterstützt er Anfang der 1920er Jahre die Faschisten unter Benito Mussolini. Mit der Weltwirtschaftskrise 1929 gerät das kreditfinanzierte Wachstum von Crespis Firmengruppe ins Wanken.

 
Nguyen Ai Quoc, gespielt von Alexandre Nguyen, in der TV-Serie Krieg der Träume

Nguyen Ai Quoc (1890 – 1969)

Der Vietnamese Nguyen Ai Quoc, gespielt von Alexandre Nguyen, engagierte sich schon früh gegen die französischen Kolonialherrschaft in seinem Heimatland. Als selbsternannter Delegierter Vietnams versucht der 28-Jährige 1918 an der Pariser Friedenskonferenz teilzunehmen, um dort das Selbstbestimmungsrecht für Kolonialstaaten einzufordern. Im Kommunismus sieht Nguyen einen Ausweg aus der Unterdrückung und Fremdbestimmung. Er wird zum Gründungsmitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs und besucht die Kommunistische Universität der Werktätigen des Ostens in Moskau. Nguyen verfasst kommunistische Texte und betont dabei die Wichtigkeit der Kolonien beim Kampf gegen den Kapitalismus. Aus Nguyen Ai Quoc wird schließlich Ho Chi Minh.

Unity Mitford, gespielt von Charlotte Merriam, in der TV-Serie Krieg der Träume

Unity Mitford (1914 – 1948)

Die junge Unity Mitford, gespielt von Charlotte Merriam, wächst als Tochter des zweiten Barons Redesdale in Großbritannien auf. Sie ist eine glühende Verehrerin Adolf Hitlers und lernt ihn 1935, mit 21 Jahren, in München persönlich kennen. Ihre Begeisterung für den Faschismus steht in krassem Gegensatz zum kommunistischen Engagement ihrer jüngeren Schwester Jessica. Neben zahlreichen privaten Treffen mit Hitler nimmt Unity auch an öffentlichen Auftritten der NS-Elite in Deutschland teil. Gleichzeitig wirbt sie in Großbritannien für die NS-Ideologie und für ein starkes Bündnis mit Deutschland. Als Großbritannien dem Deutschen Reich am 3. September 1939 den Krieg erklärt, will sie ihrem Leben ein Ende setzen.

 
Charles Edward Montague, gespielt von David Acton, in der TV-Serie Krieg der Träume

Charles E. Montague (1867 – 1928)

Charles Edward Montague, gespielt von David Acton, ist 1914 Pazifist und liberaler Journalist des „Manchester Guardian“. Als der Erste Weltkrieg ausbricht, sieht er sich jedoch zum Kampf gegen die Deutschen berufen. Er fälscht sein Alter und meldet sich freiwillig zum Militärdienst. Während des Krieges steigt er zum Chef der britischen Militärzensur auf. Als der Krieg endet, steht er kurz vor seinem 52. Geburtstag. Charles hat seinen Glauben an die Wahrheit nicht verloren. Er kritisiert massiv den Umgang der Alliierten mit den Kriegsverlierern und ist überzeugt, dass nur eine echte Versöhnung zwischen den einstigen Gegnern dauerhaften Frieden bringen kann.

Elise Ottesen, gespielt von Rebecka Hemse, in der TV-Serie Krieg der Träume

Elise Ottesen (1886 – 1973)

1923 ist die 37-jährige Elise Ottesen, gespielt von Rebecka Hemse, eine schwedische Journalistin und schreibt Artikel für diverse linke Zeitungen. Vor allem ihre Kolumne zu den Alltagsproblemen der schwedischen Frauen ist landesweit bekannt. Zusätzlich veranstaltet sie sozialistische Bildungsabende für Arbeiterfrauen. Wie fast überall in Europa gibt es auch in Schweden eine strenge Sexualgesetzgebung, die sowohl Abtreibungen als auch Empfängnisverhütung und Sexualaufklärung verbietet oder sehr stark einschränkt. Elise setzt sich für die Rechte von Frauen und Homosexuellen ein, bringt Arbeiterfrauen heimlich Verhütungsmethoden bei und organisiert illegale Abtreibungen. Durch ihren jahrelangen Einsatz gilt sie als eine der bedeutendsten Kämpferinnen für Sexualaufklärung und die Gleichberechtigung der Frau.

 
Stepan Podlubny, gespielt von Pyotr Skvortsov, in der TV-Serie Krieg der Träume

Stepan Podlubny (1914 – 1998)

Der 20-jährige Stepan Podlubny, gespielt von Pyotr Skvortsov, wird 1935 in Moskau zum Medizinstudium zugelassen. Ein unglaublicher Erfolg für den ukrainischen Bauernsohn, der mit seiner Mutter unter falschem Namen in Moskau lebt. Doch in den Wirren des stalinistischen Terrors führt Podlubny ein Doppelleben. Dieses beginnt, als sein Vater 1927 als Volksfeind in der Ukraine verhaftet wird. Stepan und seine Mutter fliehen nach Moskau. Dort wird jedoch der sowjetische Geheimdienst auf ihn aufmerksam und zwingt ihn, als Spitzel für sie zu arbeiten – ebenso wie seine Mutter und so viele andere seiner Freunde und Bekannten. Es ist ein gefährliches Spiel mit Lügen und verschiedenen Identitäten, das Stepan letztendlich zum Verhängnis wird.

Marcel Jamet, gespielt von Robinson Stévenin, in der TV-Serie Krieg der Träume

Marcel Jamet (1889 - 1962)

Der 34-jährige ehemalige Soldat Marcel Jamet, gespielt von Robinson Stévenin, strebt nach den Kämpfen und Entbehrungen des Ersten Weltkrieges ein angenehmes Leben im Luxus an. In Argentinien hat er als Zuhälter ein Vermögen verdient. Er kehrt nach Paris zurück und steckt das Geld in ein kleines, heruntergekommenes Bordell. In kurzer Zeit macht er das One-Two-Two zum berühmtesten Edeletablissement des Landes, wo die internationale High Society, aber auch Militärs, Geheimdienstmitarbeiter und Politiker ein- und ausgehen.

IDEE

Gunnar Dedio PRODUZENT/LOOKSfilm

Gunnar Dedio wurde 1969 in Rostock geboren. 1995 gründete er die Filmproduktionsfirma LOOKSfilm. Er spezialisierte sich auf internationale Koproduktionen für Kino und TV, meist mit historischem Hintergrund. 2014 produzierte er die Serie „14 – Tagebücher des Ersten Weltkrieges“, die unter anderem mit dem Robert Geisendörfer Preis ausgezeichnet wurde und erfolgreich in 28 Ländern lief.

 

 

JAN PETER – SHOWRUNNER

Jan Peter wurde 1968 in Merseburg an der Saale geboren. Seit 1992 hat er zahlreiche TV-, Kino-, Dokumentarfilme und Doku-Fiktionen gedreht. 2011 verfilmte er das Leben Friedrichs des Großen mit Katharina und Anna Thalbach in der Titelrolle. Zu seinen bekanntesten Werken zählt die dokumentarische Dramaserie „14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs“. Seine Arbeiten sind vielfach preisgekrönt.

Cast & Crew

CAST

HANS BEIMLER – Jan Krauter
RUDOLF HÖß – Joel Basman
POLA NEGRI – Michalina Olszańska
MAY PICQUERAY – Solène Rigot
EDITH WELLSPACHER – Roxane Duran
MARINA YURLOVA – Natalia Witmer
MARCEL JAMET – Robinson Stévenin
SILVIO CRESPI – Gennaro Cannavacciuolo
ELISE OTTESEN – Rebecka Hemse

UNITY MITFORD – Charlotte Merriam
NGUYEN AI QUOC – Alexandre Nguyen
C. E. MONTAGUE – David Acton
STEPAN PODLUBNY – Pyotr Skvortsov

CREW

SHOWRUNNER
Jan Peter

 

BUCH & REGIE
Jan Peter und Frédéric Goupil

 

CO-AUTOR
Jean-Louis Schlesser

 

DRAMATURGIE
Eva-Maria Fahmüller

 

BILDGESTALTUNG
Jürgen Rehberg

 

MONTAGE
Susanne Schiebler
Antje Zynga
Thialy Sow
Ursula Pürrer

 

MUSIK
Laurent Eyquem

 

HISTORISCHE FACHBERATER
Daniel Schönpflug
Johann Chapoutot

 

PRODUCER
Regina Bouchehri, LOOKSfilm
Valérie Guérin
Elisabeth Kiledjian
Sandra Naumann

 

PRODUZENTEN
Gunnar Dedio, LOOKSfilm
Nicolas Steil, IRIS Group
Serge Lalou, Les Films d’Ici

 

REDAKTION
Gerolf Karwath (SWR)
Fabrice Puchault (ARTE France)
Anne Grolleron (ARTE France)
Peter Gottschalk (ARTE G.E.I.E.)
Alexander von Sallwitz (NDR)
Jens Stubenrauch (RBB)
Barbara Schmitz (WDR)
Gudrun Wolter (WDR)
Gerhard Jelinek (ORF)
Markéta Štinglová (CT)
Anna Ferens (TVP)
Anna Kowalewska-Onaszkiewicz (TVP)

eine Koproduktion von

SWR, NDR, WDR, RBB, ORF, CT, Toute l’histoire
LOOKSfilm, IRIS Group, Les Films d’Ici, Fortis Imaginatio

 

IN ZUSAMMENARBEIT MIT

ARTE, TVP, SVT, YLE, DR, Radio Canada, Polyband, NRK, LRT

 

Gefördert von

Film Fund Luxembourg, MDM, MFG, CNC, la Procirep et l’Angoa, CUS, Région Grand Est, DMPA, SACEM, Sofitvciné & Cofinova, Copie privée SACEM, Creative Europe