Am 29. Mai 1919 gibt es über Süd-, Mittelamerika und Afrika eine totale Sonnenfinsternis. Sie ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, um die 1916 von Albert Einstein veröffentlichte Allgemeine Relativitätstheorie zu prüfen. Diese besagt u.a., dass Licht als Materie gravitativ durch Masse angezogen wird. Da die Sonne besonders viel Masse besitzt, wird davon ausgegangen, dass das Sternenlicht von ihr angezogen und somit von seiner Bahn abgelenkt wird. Da die Sterne tagsüber neben der Sonne jedoch verblassen, bietet eine Sonnenfinsternis die Chance, die Sterne neben der Sonne zu beobachten.
Die Insel Principe vor der Küste Spanisch-Guineas und das Dorf Sobral im Norden Brasiliens gelten als geeignete Orte, um die Sonnenfinsternis zu beobachten. Die Forscher unter Leitung des Astronomen Arthur Stanley Eddington stellen in ihrer Analyse fest, dass die Positionen der Sterne im Umkreis der verdunkelten Sonne von ihren zuvor ausgemachten Positionen abweichen. Die gravitative Ablenkung des Lichts und somit die Allgemeine Relativitätstheorie kann aus ihrer Sicht damit bestätigt werden.
Obwohl sich die Beobachtungen später als zu ungenau erweisen, um die Richtigkeit der Relativitätstheorie wirklich nachweisen zu können, werden sie 1919 als wissenschaftlicher Meilenstein gefeiert und machen Einstein und seine Theorie weltberühmt.